| Als aber Ebed-Melech, der Mohr, ein Kämmerer in des Königs Haus, hörte, dass man Jeremia in die Zisterne geworfen
hatte, und der König gerade im Benjamintor saß, da ging Ebed Melech aus
des Königs Haus und redete mit dem König und sprach: Mein Herr und
König, diese Männer handeln übel an dem Propheten Jeremia, dass sie ihn
in die Zisterne geworfen haben: dort muss er vor Hunger sterben; denn
es ist kein Brot mehr in der Stadt. Da befahl der König dem Mohren:
Nimm von hier drei Männer mit dir und zieh den Propheten Jeremia aus
der Zisterne, ehe er stirbt.
  
Und
als er an das Tor der Stadt kam, siehe da war eine Witwe, die las Holz
auf. Und er rief zu ihr und sprach: Hole mir ein wenig Wasser im Gefäß,
dass ich trinke! Und als sie hinging zu holen, rief er ihr nach und
sprach: Bringe mir auch einen Bissen Brot mit! Sie sprach: So wahr der
Herr, dein Gott, lebt: ich habe nichts Gebackenes, nur eine Handvoll
Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Und siehe, ich hab ein Scheit
Holz oder zwei aufgelesen und gehe heim und will mir und meinem Sohn
zurichten, dass wir essen und sterben. Elia sprach zu ihr: Fürcht dich
nicht! Geh hin und mach's wie du gesagt hast. Doch mache zuerste mir
etwas Gebackenes davon und bringe mir's heraus; dir aber und deinem
Sohn sollst du danach auch etwas backen. Denn so spricht der Herr, der
Gott Israels: Das Mehl im Topf soll nicht verzehrt werden, und dem
Ölkrug soll nichts mangeln bis auf den Tag, an dem der Herr regnen
lassen wird auf Erden.
 
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